Kaum ein Begriff taucht in der Beauty-Welt gerade so oft auf wie Exosomen. Er klingt nach Labor, nach Zukunft und nach einem sehr großen Versprechen. Ich werde oft danach gefragt, deshalb hier die ruhige Version: was dahintersteckt, was belegt ist und was davon Marketing bleibt.
Was Exosomen sind
Jede Zelle in Ihrem Körper ist Teil eines ständigen Gesprächs. Wo fehlt etwas, wo muss aufgeräumt werden, wo wird gebaut. Exosomen sind ein Teil dieses Gesprächs. In der Fachsprache heißen sie extrazelluläre Vesikel: winzige Bläschen von etwa 30 bis 150 Nanometern Durchmesser, die Zellen abschnüren und losschicken. Darin verpackt sind Proteine, Lipide und bestimmte RNA-Moleküle.
Ein Exosom ist damit kein Wirkstoff im gewohnten Sinn. Es ist eher ein Brief.
Klassische Wirkstoffe liefern Material. Exosomen liefern Information. Das ist der entscheidende Unterschied.
Warum gerade jetzt alle darüber sprechen
Die Forschung an extrazellulären Vesikeln läuft seit Jahrzehnten, lange vor allem in der Medizin. Erst in den vergangenen Jahren sind die Herstellungsverfahren so weit gereift, dass sich stabile, standardisierte Präparate für die Kosmetik gewinnen lassen. In kosmetischen Produkten kommen dabei überwiegend pflanzlich oder biotechnologisch gewonnene Vesikel zum Einsatz.
Dazu kommt der zweite Grund: Exosomen erzählen eine gute Geschichte. Zellkommunikation, Signale, Regeneration, das klingt nach genau dem, was sich jede Kundin von ihrer Haut wünscht. Genau deshalb lohnt sich der nüchterne Blick.
Was sie in der Haut bewirken sollen
Der Gedanke hinter der Anwendung ist folgender: Mit den Jahren wird das Gespräch zwischen den Hautzellen leiser. Signale kommen seltener an, die Erneuerung läuft langsamer. Exosomen sollen dieses Gespräch wieder in Gang bringen, statt der Haut einfach nur mehr Material anzubieten.
Kosmetisch beschrieben wird das so:
- Ein gleichmäßigerer, wacherer Teint
- Eine feiner wirkende Hautoberfläche
- Mehr Spannkraft im Erscheinungsbild
- Ein ruhigeres Hautbild nach intensiven Behandlungen
Was Exosomen nicht sind: ein Ersatz für eine Unterspritzung, ein Volumenaufbau oder eine Behandlung, die tiefe Falten verschwinden lässt.
Exosomen oder Lachs-DNA?
Diese Frage höre ich fast jedes Mal, wenn beide auf der Preisliste stehen. Die ehrlichste Antwort: Die beiden konkurrieren nicht, sie arbeiten an unterschiedlichen Stellen.
| Lachs-DNA (PDRN) | Exosomen | |
|---|---|---|
| Prinzip | liefert Bausteine | liefert Signale |
| Bild dafür | das Ersatzteillager | der Bauleiter |
| Typisches Ziel | Dichte, Festigkeit, Feuchtigkeit | Ebenmäßigkeit, Frische, Regeneration |
| Studienlage | seit Jahren etabliert | jung und in Bewegung |
Mehr zum ersten Weg lesen Sie im Artikel Lachs-DNA und PDRN.
Wie sie ohne Nadel in die Haut gelangen
Ein Wirkstoff nützt nur so viel, wie von ihm tatsächlich ankommt. Ihre Haut ist eine ausgezeichnete Barriere, und genau das ist hier das Problem. Im Studio arbeite ich deshalb mit dem INFUZION System: Über einen patentierten Roller wird ein schwaches elektrisches Feld aufgebaut, das den Wirkstoff einschleust, ohne die Haut zu verletzen. Kein Stechen, keine Knötchen, keine Ausfallzeit.
Wie sich dieses Prinzip von anderen Methoden unterscheidet, steht im Artikel Nadelfrei statt Spritze.
Zellkommunikation auf dem neuesten Stand, 350 Euro pro Zone. Ohne Nadel, ohne Ausfallzeit.
Für wen das interessant ist
- Wenn Ihre Haut fahl und müde wirkt, obwohl Sie gut pflegen
- Wenn der Teint ungleichmäßig geworden ist
- Nach einem langen Sommer mit viel Sonne
- Als Pflege nach einer intensiveren Behandlung
- Wenn Sie sichtbare Ergebnisse wollen, ohne sich stechen zu lassen
Was Sie realistisch erwarten dürfen
Hier bin ich lieber vorsichtig als vollmundig. Die Forschung zu Exosomen in der Kosmetik ist jung, viele Untersuchungen sind klein, und ein Teil dessen, was man in sozialen Netzwerken darüber liest, ist schlicht Werbung. Was ich Ihnen guten Gewissens sagen kann: Die Behandlung ist angenehm, sie ist nadelfrei, und der Frische-Effekt ist unmittelbar sichtbar.
Was ich Ihnen nicht verspreche: dass eine einzelne Anwendung Jahre zurückdreht. Haut arbeitet in Wochen, nicht in Stunden. Alles, was mit Struktur zu tun hat, braucht Zeit und mehrere Termine. Wie sich das langfristig einordnet, lesen Sie unter Skin Longevity.
Häufige Fragen
Nein. Stammzellen sind Zellen. Exosomen sind winzige Bläschen, die Zellen aussenden, um Botenstoffe zu transportieren. In kosmetischen Produkten werden keine lebenden Zellen verwendet.
Sie spüren ein kühles Gleiten über die Haut, mehr nicht. Es wird nicht gestochen und es gibt keine Ausfallzeit.
Die Behandlung kostet 350 Euro pro Zone. Alle weiteren Preise finden Sie in der Preisliste auf der Startseite.
Einen frischeren, glatteren Teint sehen die meisten Kundinnen direkt nach der Behandlung. Alles, was mit Struktur und Festigkeit zu tun hat, braucht Wochen und mehrere Termine.
Die Aufmerksamkeit ist zweifellos ein Trend. Die Forschung zu extrazellulären Vesikeln selbst ist es nicht, sie läuft seit Jahrzehnten. Was in der Kosmetik davon gesichert ankommt, entwickelt sich gerade erst.
Kosmetikerin in Bremen-Findorff, seit 1997 in der Beauty-Branche und diplomierte Colour Stylistin der Christian Dior Visagisten-Schule. Schwerpunkte: apparative Anti-Aging-Kosmetik ohne Nadel und Permanent Make-up für Augenbrauen.